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Basierend auf den geschilderten Grundlagen habe ich meine persönliche Unterrichtsvision formuliert:

"Ich sehe meinen Yoga-Unterricht als Zeit- und Raumfenster, während dem der Yogateilnehmer in der Form der Asanas (bei der Meditation = Sitzasana) mittels Atembeobachtung und Aufmerksamkeit die Möglichkeit erhält, sein Bewusstsein für Körper, Geist und Seele zu verbessern und seine Persönlichkeit zu entwickeln, indem ich ihn durch einen geordneten schrittweisen Aufbau der Lektionen, nach den Prinzipien „jede Asana ist stabil und angenehm“ und „schwache Reize heben die Lebenskraft, grössere Reize hemmen sie“, in eine ruhigere gelassenere Schwingung bringen möchte, in der er sich nach jeder Yogalektion besser fühlt, als zu Beginn."


Meinen Yogaunterricht baue ich so auf, dass ich meine Unterrichtsvision, die ich vorausgehend geschildert habe, möglichst gut umsetzten kann. Generell gehe ich etwa wie folgt vor:


Für jede Yogalektion wähle ich mir ein Thema. Dieses Thema ist meistens aus dem Alltag gegriffen (z.B. Frühling = Öffnung; Hektik = Distanz zum Alltag), oft philosophisch (z.B. Liebe = Öffnung des Brustraums; Loslassen = Entspannung in den Asanas) und oft auch anatomisch (z.B. Bewegung des Lebensbaums, der Wirbelsäule) begründet, selten Asana-orientiert (z.B. Üben eines Zielasanas).


Zu Beginn jeder Yogastunde lasse ich den Teilnehmern Zeit, dass sie zu sich selber kommen können. Ich erachte es als sehr wichtig, dass die Teilnehmer konzentriert und zentriert den Beginn der Yogastunde erleben. Damit beginnt ein „Zeit-Raum“ der den Teilnehmern alleine gehört und den sie geniessen sollen. Während der Einführungszeit hat die Seele Zeit, sich aus dem Alltag zu lösen und dem Körper zu folgen.


Der Lektionsablauf ist durch das Lektionsthema beeinflusst. Ich halte mich jedoch an folgende Grundsätze:
a. Am Beginn der Lektion stehen verschiedene Aufwärm- und Lockerungsübungen.
b. Der Yogaablauf ist ein ruhiger Fluss. Die Übergänge von einer Übung zur anderen werden ohne grossen Positionswechsel vorgenommen.
c. Wo notwendig werden Erholungs- und Atemberuhigungsphasen eingeführt.
d. Der Atem begleitet die einzelnen Teilnehmer durch die Yogastunde und die verschiedenen Asanas.


Meine Yogalektionen beende ich oft mit einer Schlussentspannung. Sofern die Teilnehmer jedoch nach der Yogalektion wieder zurück an den Arbeitsplatz gehen, verzichte ich meistens auf die Savasana. Die Lektion endet dann im Sitz / Fersensitz.

Als Yogateilnehmer und –übender habe ich verschiedene Erfahrungen gemacht, die ich für meinen Unterricht sehr gut nutzen kann und die ich im Umgang mit neuen Teilnehmern beachte:

• Bei neuen Yogateilnehmern gehe ich zuerst davon aus, dass das Verständnis und Gespür für die Verbindung von Körper, Geist und Seele noch unterentwickelt ist (Körperbewusstsein fehlt). Als Yogalehrer achte ich darauf, dass ich die geistigen und körperlichen Einschränkungen der Teilnehmer kenne.

• Das Grundprinzip des Vinyasa-krama (integratives schrittweises Vorgehen) bildet eine zentrale Grundlage meines Unterrichts. Nach der Bestimmung des Übungsziels kann ein der Situation angepasster geordneter schrittweiser Aufbau erarbeitet werden.

• Ich versuche den Teilnehmern aufzuzeigen, dass Yoga keine sportliche Aktivität im westlichen Sinne mit dem damit verbundenen Konkurrenzdenken ist. Daher ist nicht der Wille, sondern der Atem das ideale Mittel im Yogaunterricht. Er dient der Integration von Körper und Geist (Beruhigung), der Anpassung und Verfeinerung der Asanas und der Berücksichtigung der eigenen Grenzen (Feedbackimpuls).

• Ich werde dem Teilnehmer zeigen und bewusst machen, dass er eine selbständige Persönlichkeit ist. Damit ist er, neben mir, auch für sein Wohlbefinden verantwortlich. Selbstverständlich achte ich als Yogalehrer auf präzise Anleitungen und versuche die Einschränkungen der Teilnehmer zu berücksichtigen. Schlussendlich kann ich jedoch nicht die eigene Verantwortung der Teilnehmer abnehmen. Jeder macht, was ihm gut tut und respektiert seine Grenzen