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Erste schriftliche Erwähnung von Yoga


Das Sanskrit-Wort „yoga“ taucht in der Taittirya-Upanishad (II, 4) zum ersten Mal auf. Die Taittirya-Upaniad gehört zu den ältesten Upaniaden (800 bis 200 v. Ch.) und ist in altertümlicher Prosa formuliert .

Yoga im Vedismus (1500 – 900 v. Ch.)
Die ersten Elemente yogischer Praktiken, vor allem mündlich vom Lehrer zum Schüler überliefert, gehen vermutlich in die frühe indische Religionsgeschichte (Vedismus; ca. 1500 v. Ch.) zurück. Allerdings hatten diese Yoga-Elemente während der vedischen Zeit keine zentrale Stellung und die Yoga-Praktiken finden vor allem Erwähnung im Zusammenhang mit Asketen und Heilsuchern.

Yoga im Brahmanismus (900 –300 v. Ch.)
Während der spätvedischen Zeit wandelten sich die indischen religiösen Werte, die Gläubigen begangen die bisherigen religiösen Strukturen zu hinterfragen und die Ursachen und Ziele des eigenen Lebens vermehrt zu suchen. Diese Entwicklung ermöglichte eine langsame „Individualisierung und Verinnerlichung der Religion“. Während dieser Umbruchperiode entwickelten sich drei zentrale Basisphilosophien:

• Samsara: Glaube an den Kreislauf der Wiedergeburten;

• Karma: Glaube an die Vergeltung der Taten;

• Moksa: Glaube an die Möglichkeit einer individuellen Befreiung aus dem karman-bedingten Wiedergeburtenkreislauf.
Diese Philosophien verlangten jedoch nach Befreiungstechniken resp. vom Lehrer an den Schüler vermittelten Wegen und Anleitungen, welche zur Befreiung aus dem Wiedergeburtenkreislauf führen können. Diese Heilswege lassen sich für den Brahmanismus wie folgt einteilen:

• Dharma: Der traditionelle Weg der Erfüllung der religiösen Ordnung durch Befolgung der vedischen Gebote (yajna) und der Verrichtung guter Werke (karman) / Ritualweg;

• Jnana: Der Weg der philosophischen Erkenntnis der letzten Wahrheit / Erkenntnisweg;

• Yoga: Der Weg des Yoga mit praktischen und systematischen körperlich-geistigen Heilstechniken / praxisnaher und systematischer Yogaweg.

Während der Ritualweg des Dharma sich nach wie vor in den alten Strukturen bewegte (Ausrichtung nach Aussen mit äusserlichen Opferdarbietungen), wurden mit den Heilswegen der Erkenntnis und des Yoga Neuland betreten (Ausrichtung nach Innen mit verinnerlichten persönlichen Opfern). Diese Individualisierung und Verinnerlichung der Religion verhalfen dem Yoga zum Durchbruch. Yoga war damit als Heilsweg zur Befreiung, neben anderen, etabliert.

Yoga in den Upaniaden (800 bis 200 v. Ch.)

In den Upaniaden finden sich Textstellen von allen drei vorausgehend aufgelisteten Heilswegen (Dharma, Jnana, Yoga). Diese Heilswege wurden mit philosophischen theoretischen Konzepten untermauert und von diesen gestützt :

• Mimamsa: Der Ritual-Weg stützt sich auf das Mimamsa-System, einer Ritual-Philosophie, basierend auf dem Veda;

• Vedanta: Der Erkenntnis-Weg vereint sich mit dem Vedanta-System, einer monistischen Philosophie, die eine Einheit von Brahman (Welt-Seele) und Atman (Einzel-Seele) postuliert;

• Samkhya: Der Yoga-Weg verbindet sich mit dem Samkhya-System, einer dualistischen Entstehungsphilosophie.
Für die geschichtliche Entwicklung des Yoga ist die Verbindung des Yoga-Weges mit der Philosophie des Samkhya sehr wichtig. In den Upaniaden erscheint diese Verbindung zwar nicht immer und eindeutig, aber oft und besonderes klar bei Patañjali. In den verschiedenen Upaniaden finden wir jeweils einzelne Elemente der Yoga-Praxis (z.B. Chandogya-Upanihad, welche Ansätze zum Zurückziehen der Sinne aufzeigt).

Yoga nach Patañjali (etwa Christi Geburt)
Die klassische Yoga-Tradition ist auf das Yoga-Sutra des Patanjali (0 v. Ch.) zurückzuführen. Dieses Yoga-Sutra definiert das eigentliche Yoga-darana (Yogasystem) und zeigt unter anderem einen logischen achtstufigen Heilsweg zur Befreiung.