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Der Vedanta beschliesst den Zeitabschnitt und die Tradition des
Veda (Veda = heilige Schriften; anta = Ende). Dieser Schluss wird
durch die 14 heiligen Schriften der Upaniaden zusammengefasst.
Die Upanishaden sind über viele Jahrhunderte entstanden und
entsprechend sind sie eine sehr heterogene Sammlung verschiedenster
Themen, Aussagen und Heilswege, welche sich teilweise sogar widersprechen
. Im Wesentlichen lassen sich aber folgende Prinzipien feststellen,
die aufeinander aufbauend zur Lehre der Identität (Nicht-Dualität)
führen.
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Die Karma-Lehre gilt als Grundlage der Lebensphilosophie
(das Schicksal ist gerecht). |
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Im Rahmen der Karma-Lehre ist eine Reinkarnation (Wiedergeburt,
Geburtenkreislauf)
die Regel (Samsara), aber nicht das Ziel.
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Das Ziel des Lebens ist die Befreiung (Moksa) vom Geburtenkreislauf.
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Das Ziel der Befreiung wird durch die Abwendung von der
äusseren Welt (äusseren Zeremonien, Opferritualismus)
und der Hinwendung nach Innen zu seinem Selbst erreicht (Askese,
Meditation).
Die reale Welt wird als Illusion betrachtet (maya), nur im
Innern kann die Wahrheit gefunden werden.
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Die Weltseele (Brahman) ist identisch mit der Individualseele
(Atman, „Atem“, Selbst). Dies wird mit den vier
zentralen Sätzen des orthodoxen Systems Vedanta nach
Sankaras zusammengefasst:
1. Ich bin Brahman (aham brahmasmi).
2. Das bist du (tat tvam asi).
3. Dieser Atman ist Brahman (ayam atma brahma).
4. Brahman ist Bewusstsein (prajñanam brahma).
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Es existiert somit nur eine Identität (Brahman=atman);
es besteht keine Dualität zwischen meiner innersten Mitte
(Atman) und der Mitte des Universums (Brahman) ? Erkenntnis
der Nicht-Zweiheit (advaita). Jedem Lebewesen wohnt dieselbe
göttliche Natur inne und Gott manifestiert sich daher zu
jeder Zeit in unterschiedlicher Weise auf dieser Welt (permanente
Offenbarung Gottes in der Welt). |
„Die einfache, wenn auch paradoxe Wahrheit, die die Lehren
des Vedanta übermitteln, bestehen darin, dass Brahman, als
das Ewigseiende (sat), Bewusstsein (cit) und Glückseligkeit
(ananda), durchaus „ohne-ein-Zweites“ ist (advayam);
das heisst wörtlich, dass alle Erfahrungsobjekte so gut wie
die schöpferische Unwissenheit, die sie hervorbringt, im Grunde
keine Substanzialitäten haben, .... Diesen Objekten wird jede
Realität im absoluten Sinne abgesprochen, und dies gilt für
alles, was man berühren, sehen, hören, riechen, betasten,
bedenken, erkennen oder definieren kann, soweit es dem Reich von
Raum und Zeit angehört.“ Diese Befreiung kann jedoch
nicht von aussen kommen, sondern muss durch die reine Erfahrung
erlangt werden.

Der Vedismus ist geprägt durch den Ritualismus, die Opferzeremonien.
Im Vedanta findet eine Gegenbewegung statt, welche die Verbindung
zu Gott im Innern der eigenen Person sucht (und damit gegen die
Brahmanen). Die Opferzeremonie findet im Innern statt, sozusagen
auf dem Opferaltar des Herzens. Die Befreiung findet ebenfalls im
Innern statt, wo das reine Sein (sat), das reine Bewusstsein (cit),
die reine Glückseligkeit (ananda) gesehen werden können.
Das Nichtwissen, welches von den Kräften der „Verdeckung“
und „Ausbreitung“ begleitet ist, verhindert, das wir
zu unserem innersten Kern vordringen können. Während die
Kraft der Verdeckung Atman hinter Hüllen und Körpern versteckt,
sorgt die Kraft der Ausbreitung dafür, dass vor uns ein Schauspiel
täuschender, aber als Wirklichkeit wahrgenommene Erscheinungen,
auftritt.
Diese Verinnerlichung zu seinem Innern zu Atman (sat-cit-ananda)
führt stufenweise über die Beseitigung der verschiedenen
Hüllen, Körper und Zustände. Diese Beseitigung kann
nur durch das Wissen, die Erkenntnis der Einsheit von Brahman und
Atman erfolgen. Die Erlösung vom Geburtenkreislauf erfolgt
durch die Erkenntnis der Nicht-Getrenntheit von Brahman.
Die Verbindung zwischen den Hüllen, den Körper, den Bewusstseinszuständen
und der heiligen Silbe OM lassen sich wie folgt tabellarisch zusammenfassen:
Entspricht den typischen Aussagen der Upaniaden
Diese Bereiche wurden erst mit der Manduka-Upaniad – gegen
Ende der Upaniaden – eingeführt.
Sind dem Vedanta – System entnommen.
Die Erlösung führt von aussen nach innen, vom Grobstofflichen
zum Feinstofflichen und endet letztendlich in der Erkenntnis von
Atman und seiner wahren Natur (sat-cit-ananda).
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